Soviel mal vorweg: Dass Menschen während und nach dem Sex Bindungsgefühle entwickeln, ist kein sozialisierter Vorgang (zumindest nicht nur), sondern einfach Biologie. Und Hand aufs Herz: Wer hatte nicht schon mal was mit jemandem, den man gar nicht soo maximal super findet, und war am nächsten Tag verwirrt, weil da doch irgendwelche Gefühle waren? Wir erklären euch, warum das so ist – und was ihr dagegen tun könnt. 

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Wir Menschen haben mit der Präriewühlmaus offenbar mehr gemein, als uns lieb ist: Denn genau wie die Maus schütten auch wir während dem Sex große Mengen Oxytocin aus. In einem Interview erklärt Dr. Larry Young, Forscher der Emory University, dass er in seinen Forschungen herausgefunden hat, dass durch die Stimulation der Brust und des Gebärmutterhalses während dem Sex große Mengen Oxytocin im weiblichen Gehirn ausgeschüttet werden. Beim Orgasmus wird nochmal eine weitere Ladung Oxytocin freigesetzt – und das lässt uns körperliche Bindung fühlen.

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Also auch, wenn wir die Person, mit der wir in der Kiste sind, gar nicht mal besonders mögen, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir diese Person am nächsten Morgen super finden und unbedingt wollen, dass sie sich meldet

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Young meint, dass romantische Gefühle «evolutionäre Überbleibsel» sind, die uns dazu bringen sollen, uns zu binden, damit die Überlebenschancen unserer Nachkommen gesichtert sind. «Menschliche Nachkommen brauchen geraume Zeit für ihre Entwicklung. Die Mutter pflegt das Kind über Jahre. Es war also von Vorteil, wenn Sexualpartner eine Beziehung zueinander aufgebaut haben, damit sie zusammenarbeiten konnten, um gesunde Nachkommen großzuziehen», sagt er im Interview zu Broadly

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Kann man das irgendwie umgehen? Ja, meint Young: «Um die Liebeshormone im Zaum zu halten, sollte man definitiv Augenkontakt meiden. Es ist bekannt, dass längerer Augenkontakt zu einem erhöhten Oxytocinausstoß führt. Wenn man mit jemandem Sex hat, stellt man eine enge Verbindung über das Gesicht und besonders über die Augen her. Das wird dann an das Gehirn gemeldet, das Gehirn belohnt das. Liebe und Beziehungen funktionieren nämlich ähnlich wie eine Sucht: In beiden Fällen werden viele Chemikalien ausgeschüttet. Zu allererst muss man also diese Information irgendwie umlenken«, meint er. 

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Alkohol hat übrigens einen gegenteiligen Effekt auf unsere Gefühlswelt: Bei seinen Untersuchungen der Präriewühlmäuse fand Young heraus, dass alkoholisierte weibliche Mäuse schneller eine Bindung herstellen, als männliche: Diese werden promiskuitiv, was verhindert, dass sie eine Bindung zu ihrem Partner aufbauen. 

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Wer definitiv vermeiden möchte, sich in seinen One Night Stand zu verknallen, kann auch bewusst an eine andere Person denken: «„Man zwingt sein Gehirn dazu, das angenehme Gefühl mit jemand anderem in Verbindung zu setzen. Das könnte ein Filmstar sein oder jemanden, den man niemals wirklich treffen wird. Damit lenkt man die Aufmerksamkeit des Gehirns auf jemanden, der nicht da ist.» Das würde das Gehirn eben daran hindern, Zuneigung zu jener Person, mit der man gerade tatsächlich intim ist, zu entwickeln. «Das Gefühl kommt ja nicht von der Person, mit der man schläft, sondern ist einfach eine Reaktion auf Stimulationen«, so Young abschließend.  

Irgendwie ganz schön unromantisch. Aber vielleicht hilft’s ja. 

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