Wer sich den Trailer zu dem Netflix-Hit „Purple Hearts“ anschaut, stellt sich auch unweigerlich die Frage: Eine feministische Musikerin und ein Elite-Soldat – kann das gut gehen? Wir haben den Film gesehen und unsere Antwort auf die Frage lautet: Nein!

Ganz ehrlich, wir können den Hype um das Liebesdrama nicht ganz nachvollziehen.

Warum uns der Netflix-Hit „Purple Hearts“ einfach nicht überzeugt hat

Das ganze Netz scheint im purple Fieber zu sein. Der Film „Purple Hearts“ mit Sofia Carson und Nicholas Galitzine in den Hauptrollen ist seit dem 29. Juli auf Netflix verfügbar und hat sich binnen kürzester Zeit an die Spitze der Film-Charts der Streamingplattform geschlichen. Und die Romanze, in der die Sängerin Cassie und der Soldat Luke eine Scheinehe eingehen, um so medizinische und finanzielle Vorteile zu erhalten, scheint das Herz von Millionen von Menschen erobert zu haben.

Einen Hype, den wir, nachdem wir uns den Film in voller Länge (und ganz ohne Smartphone-Ablenkung, versprochen!) angesehen haben, einfach nicht nachvollziehen können. Wir verraten euch, weshalb uns der Film nicht überzeugt hat:

1. Der Trailer verrät einfach ALLES

Naaaatürlich mussten auch wir uns den Film sofort anschauen, nachdem wir den Trailer gesehen hatten. Und da sind wir auch schon beim ersten Manko: Denn wer sich den Trailer anschaut, kann sich tatsächlich die zwei Stunden pures Drama sparen. Klar, es ist die Aufgabe eines guten Trailers, uns in den Bann zu ziehen und uns auf die Story vorzubereiten.

ABER: In dem Fall ging das wohl nach hinten los. Denn irgendwie passiert in den knapp zwei Stunden nichts, was wir nicht auch schon im Trailer gesehen hätten. Und noch schlimmer: In der Vorschau kommen unzählige Fragen auf, die uns dann nicht einmal beantwortet werden. Zum Beispiel, wie die Bindung zwischen den beiden unterschiedlichen Charakteren überhaupt so stark werden konnte. Und die Frage nehmen wir jetzt gleich mal als Überleitung zu unserem Punkt zwei.

2. Keine Chemie

Aus unserer Sicht das wohl größte Problem des Films: Die mangelnde Chemistry und Liebe zwischen den zwei Protagonisten! Während des ganzen Films begleitet uns ein Gefühl von „Haben wir was verpasst?“. Mal abgesehen davon, dass die Geschichte von „Aus Feinden werden Liebende“ nicht gerade innovativ ist, macht die Liebe von Cassie und Luke überhaupt keinen Sinn. Okay okay, wir wissen schon: Liebe muss auch keinen Sinn ergeben. ABER: Die beiden sind wie Katz und Maus und bleiben es am Ende auch.

Wenn ihr uns fragt, ist das Einzige, was die beiden verbindet, die sexuelle Anziehung. Die war bei beiden schon da, als sie sich das erste Mal in der Bar begegnet sind und noch kein Wort miteinander geredet haben. Und obwohl die beiden festgestellt haben, dass sie keine gemeinsamen Werte teilen, kam es zum Sex. Und auch da haben wir uns wieder gefragt: „Haben wir einige Szenen verpasst?“ Am Ende singt Cassie dann noch davon, dass Luke einfach alles an ihr liebt. „Du liebst alles an mir, das Gute, das Schlechte, alles dazwischen – alles an mir“ – Tja, wunderschöne Worte, aber den Eindruck hatten wir am Ende des Films eben nicht! Oder wie lässt sich erklären, dass Luke noch bei keinem einzigen ihrer Auftritte war? Fest steht: Die Lovestory hinkt!

3. Zu viel Songs

Versteht uns nicht falsch: Wir lieben Sofia Carson und erst recht ihre markante Stimme. Zudem geht wohl nichts über einen soliden Musicalfilm. Doch hätte es dem Plot sicherlich nicht geschadet, auf weniger Songs, dafür mehr Handlung zu setzen. Während Cassie den ganzen Film über, über ihre Höhen und Tiefen singt, hätten wir einfach gerne mehr davon gesehen. „Purple Hearts“ wäre wohl auch viel authentischer, wenn die Zuschauer*innen erfahren würden, was Cassie eigentlich zu Luke hinzieht. Stattdessen singt sie eigentlich nur davon, wie stark die besagte Bindung zwischen ihnen doch sei!

Fazit: Alles in allem ist der Film dank der charismatischen Sofia Carson durchaus unterhaltsam, aber wer sich eine authentische Liebesgeschichte wie in „Ein ganzes halbes Jahr“ oder „Wie ein einziger Tag“ erwartet, könnte vielleicht enttäuscht werden. Sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt …