Der brutale Tod des Afroamerikaners George Floyds durch US-Polizisten sorgt derzeit für weltweite Proteste und Demonstrationen. Im Zuge der «Black Lives Matter» gehen zahlreiche Menschen dabei auf die Straße, um sich gegen Rassismus und Polizeigewalt auszusprechen.

Die Bewegung wirkt sich zudem auch auf die Wirtschaft und das politische System aus. Hier ein paar Beispiele:

US-Sender setzt Polizeiserie «Cops» ab

Der US-Sender Paramount Network hat sich nun dazu entschieden, die Reality-TV-Serie «Cops» nicht mehr länger auszustrahlen. Die Polizeiserie handelte dabei von US-Polizisten, die bei ihren täglichen Einsätzen als Beamte von Kameras begleitet wurden. Bereits vor der Absetzung der Show war «Cops» im Netz immer wieder für seinen Inhalt kritisiert worden. So warfen viele Zuseher den Produzenten vor, die Serie würde Polizeigewalt verherrlichen. Ein Sprecher von Paramount Network teilte am 9. Juni mit, dass man die Dreharbeiten zur Serie mit sofortiger Wirkung einstellen würde. Der Sender nahm «Cops» infolge aus dem Programm.

Auch Fernsehsender in anderen Ländern reagierten nun auf die weltweiten «Black Lives Matter»-Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, die aufgrund der Tötung des Afroamerikaners George Floyd entstanden. So ist die britische Serie «Little Britian» auf einigen Streaming-Portalen in Großbritannien, darunter Netflix, BBC und Britbox, mittlerweile nicht mehr verfügbar. Denn die Hauptdarsteller sind in einigen Sketchen der Comedy-Serie mit schwarz angemalten Gesichtern zu sehen. Und auch viele alte Filme werden jetzt aus dem Programm entfernt. Der Sender HBO Max hatte beispielsweise nun den 1930er-Streifen «Vom Winde verweht» aus seinem Programm verbannt. «Der Film ist ein Produkt seiner Zeit und bildet fragwürdige ethnische und rassistische Vorurteile ab», lautete dabei das Statement des Senders.

Minneapolis löst örtliche Polizeibehörde auf

Der Stadtrat der US-Stadt Minneapolis verkündete am 7. Juni die örtliche Polizeibehörde vollständig aufzulösen. Minneapolis befindet sich im US-Bundesstaat Minnesota. Dort ereignete sich der brutale Tod des Afroamerikaners George Floyd durch US-Polizisten. Der Stadtrat plane nun laut eigenen Angaben, die Polizeiarbeit in Minneapolis künftig neu zu organisieren und eine neue Struktur herbeizuführen. Denn die örtliche Polizeibehörde sei «nicht reformierbar», wie Stadtratsmitglied Alondra Cano am 3. Juni via Twitter mitteilte. Man wolle in Minneapolis zudem nun ein neues Modell der öffentlichen Sicherheit schaffen, das die Gemeinde tatsächlich sicher halte. Auf die Frage, wie die örtliche Polizeiarbeit künftig genau aussehen soll, gibt es bislang noch keine Antwort. Der Stadt berate sich laut eigenen Angaben allerdings aktuell über eine effektive Lösung des Problems.

Frankreich beschließt neue Regelungen gegen Polizeiübergriffe

Auch in Frankreich sorgten die Proteste der «Black Lives Matter»-Bewegung nun für Veränderungen hinsichtlich der Staatspolitik sowie der örtlichen Polizeiarbeit. Denn wie der französische Innenminister Christophe Castaner am Montag (8. Juni) bei einer Pressekonferenz in Paris erklärte, ist es den Polizisten in Frankreich bei Einsätzen ab sofort verboten, Menschen an den Hals zu greifen. Der polizeiliche Würgegriff, den man im französischen Fachjargon «clé d’étranglement» nennt, sei laut Castaner «eine Methode, die eine gewisse Gefahr mit sich bringt». Die Polizei-Methode, bei welcher der Täter auf dem Bauch fixiert wird, ist allerdings weiterhin erlaubt. Jedoch ist es den Polizisten ab sofort untersagt ihr Knie dabei auf dem Hals oder dem Nacken der betreffenden Person zu platzieren.

Beauty-Unternehmen legen Anteil von schwarzen Mitarbeitern offen

Infolge der «Black Lives Matter»-Bewegung legen zahlreiche Beauty-Unternehmen wie Kylie Cosmetics, L’Oréal oder Glossier nun den Anteil ihrer schwarzen Mitarbeiter auf Instagram offen. Unter dem Hashtag «pulluporshutup» möchte man damit Solidarität gegenüber «Black Lives Matter»-Bewegung zeigen. Zudem soll die Instagram-Kampagne, welche die Gründerin des Kosmetikunternehmens Uoma Beauty, Sharon Chuter, ins Leben rief, die Gesellschaft auf den Mangel an dunkelhäutigen Mitarbeitern aufmerksam machen.

https://www.instagram.com/p/CBEhw5pBiPs/?utm_source=ig_embed
https://www.instagram.com/p/CBJuweRBljB/?utm_source=ig_embed
https://www.instagram.com/p/CBFTDerh914/?utm_source=ig_embed

Country-Band Lady Antebellum ändert Künstlernamen

Die amerikanische Country-Band «Lady Antebellum» ändert nun ihren Künstlernamen. Via Instagram teilte das Trio mit, künftig stattdessen nur noch unter dem Namen «Lady A» auftreten zu wollen. Laut des Statements der Band, sei der Grund für die Änderung die Tatsache, dass ihr ursprünglicher Künstlername «Lady Antebellum» zu sehr an die Zeit der Sklaverei erinnere. Denn der lateinische Begriff «ante bellum» bedeutet übersetzt «vor dem Krieg» und stützt sich im amerikanischen Sprachgebrauch auf den Bürgerkrieg 1861 bis 1865. Dieser bewirkte schlussendlich das Ende der Sklaverei in den Südstaaten. «Wir bedauern es und schämen uns, dass wir die Assoziationen nicht bedacht haben, die dieses Wort belasten, das sich auf die Zeit vor dem Bürgerkrieg bezieht – welche auch Sklaverei beinhaltet«, erklärte die Band nun via Instagram.

https://www.instagram.com/p/CBTJB4Dg3WM/

In ihrem Statement bezieht sich die Band dabei auch auf den Tod des Afroamerikaners George Floyd, der durch US-Polizisten brutal getötet wurde. Demnach habe die Band in den letzten Wochen «mehr denn je zugehört und hingesehen» und «die Ungerechtigkeit, die Ungleichbehandlung und die Vorurteile«, mit denen Schwarze jeden Tag konfrontiert seien, gesehen.