Kleine Veränderungen, die Ihr Zuhause sofort ruhiger machen und kein Vermögen kosten
Ein ruhiges Zuhause bedeutet nicht zwangsläufig eine Komplettrenovierung mit Unmengen an Stauraum, brandneuen Möbeln oder einem makellosen, leeren Raum wie aus dem Bilderbuch. Oft sind es die kleinen Dinge, die Tag für Tag unmerklich Stress verursachen: eine ständig überfüllte Arbeitsfläche, grelles Licht am Abend oder ein Schlafzimmer, das nie so erholsam ist, wie man es sich wünscht.
Diese Stressfaktoren treten zwar oft in den Hintergrund, prägen aber dennoch die Atmosphäre eines Raumes. Wenn das Zuhause ständig Aufmerksamkeit verlangt, selbst auf subtile Weise, wird es schwieriger, dort zu entspannen und neue Energie zu tanken.
Innenarchitekten, Ordnungsexperten und Wellness-Experten betonen, dass Ruhe nichts mit Minimalismus oder Perfektion zu tun hat. Es geht darum, Hindernisse zu beseitigen und Räume so zu gestalten, dass man sich darin wohler fühlt. Und einige der effektivsten Veränderungen erfordern weder viel Zeit noch Geld.
Der schnellste Weg zu mehr Ruhe im Zuhause
Wenn Experten gefragt werden, wo man anfangen soll, lautet die Antwort fast einstimmig: visuelle Unordnung reduzieren.
„Ausmisten ist der erste Schritt, der praktisch nichts kostet und sofort für mehr Ruhe im Haus sorgt“, sagt Cathy Orr, Mitbegründerin von The Uncluttered Life in Texas. „Wenn überall im Haus Unordnung herrscht, wird man von zu vielen visuellen Reizen überfordert.“
Jessica Litman, Gründerin von The Organized Mama in Minnesota, beobachtet dieses Problem häufig in lebhaften Familienhaushalten. Visuelle Unordnung, so Litman, äußert sich oft in alltäglichen Ärgernissen: Arbeitsflächen, die nie frei werden, Schubladen, die sich schwer öffnen lassen, oder Sammlungen ohne Blickfang. „Visuelle Unordnung zu beseitigen, kann sofort einen Unterschied machen“, sagt sie.
Fokus ist entscheidend. „Wenn Sie sich jeweils einem Bereich widmen, werden Sie einen enormen Unterschied feststellen“, sagt Litman.
Studien bestätigen diesen Ansatz. Eine Studie der UCLA ergab, dass Menschen, die ihre Wohnungen als unordentlich oder unfertig beschrieben, einen höheren Stresshormonspiegel aufwiesen. Dies deutet darauf hin, dass visuelle Erinnerungen an Unordnung das Gehirn in einem aktiveren Zustand halten, selbst im Ruhezustand.
Für Gabriela Fiorentino, Gründerin von Nest Earth in New York, findet eine der schnellsten emotionalen Veränderungen statt, noch bevor man sich hinsetzt. „Ich empfehle, an Eingängen ‚Entspannungszonen‘ einzurichten“, sagt sie. „Ein ruhiger Eingangsbereich signalisiert dem Körper, dass er sich entspannen kann.“
Kleine Veränderungen mit großer Wirkung
Sobald visuelle Unordnung beseitigt ist, geht es bei den effektivsten Veränderungen oft eher ums Aussortieren als ums Hinzufügen.
„Wenn Sie keine Zeit haben, große Gegenstände auszusortieren, nehmen Sie einen Korb und entfernen Sie alles, was in einem Raum nicht hingehört“, sagt Orr. „Beim Ausmisten geht es nicht darum, Gegenstände von einem Raum in den anderen zu räumen. Es geht darum, loszulassen.“
Technologie ist eine weitere häufige Quelle von unterschwelligem Stress. „Lassen Sie die Technologie verschwinden“, sagt Fiorentino. „Sie hält unser Gehirn im ‚An‘-Modus – selbst wenn wir sie nicht benutzen.“
Sie empfiehlt, bildschirmfreie Zonen einzurichten und Geräte nach Möglichkeit zu verstecken. „Eingebaute Ladeschubladen oder -schränke sorgen dafür, dass die Geräte außer Sichtweite und somit auch außer Gedanken sind.“
Manchmal findet man Ruhe, indem man das Vorhandene neu arrangiert. „Ich schlage oft vor, mit nur einer Oberfläche anzufangen und diese bewusst neu zu gestalten, anstatt sie als Sammelbecken für alles Mögliche zu nutzen“, sagt Iryna Kolosvetova, Gründerin von Fine Dining 4 Home in Kalifornien. „Ein schlichtes Tischtuch, eine Kerze oder Schale und nichts weiter bieten dem Auge sofort einen Ort der Ruhe.“
Wie Licht und Farbe einen Raum prägen